Elliot Paul

Das letzte Mal in Paris

Roman
Cover: Das letzte Mal in Paris
Maro Verlag, Augsburg 2016
ISBN 9783875124774
Gebunden, 400 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ludovica Hainisch-Marchet. Elliot Paul führt uns ins kulturell-künstlerische Pariser Zentrum zwischen Montmartre und Montparnasse in den Goldenen Zwanzigerjahren, genau genommen in die Rue de la Huchette. Diese kleine Gasse im Latein-Viertel ist ab 1923 sein Lebensmittelpunkt. Als Korrespondent der Chicago Tribune lebt er wie viele seiner Literaten-Freunde, darunter Gertrude Stein, James Joyce, Henry Miller und Ernest Hemingway, mitten in der Hauptstadt. Bewundernd und liebevoll erzählt Elliot Paul in seinem Roman "Das letzte Mal in Paris" von den Bewohnern seiner Straße in einzelnen Episoden, die er zu einem spannenden Roman verwebt. Als Kulisse dienen der Bürgersteig, die hoch belebte Straße und natürlich die verschiedenen Hotelbars, in denen wir nicht nur deren Besitzer, sondern auch die anderen Ladeninhaber aus der Straße antreffen und kennenlernen. Kapitel für Kapitel erfahren wir mehr über die Freund- und Feindschaften der verschiedenen Charaktere, über ihre Lebensweise und Überlebenskünste in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen mit all seinen extremen Ereignissen. Elliot Pauls Beobachtungen zeigen die Ängste und Hoffnungen der Pariser Bürger auf, während sich die Stimmung in Politik und Gesellschaft drastisch verändert. "Das letzte Mal in Paris" ist ein spannendes zeitgeschichtliches Dokument der französischen Gesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg. Viel mehr ist es jedoch das liebevolle Porträt einer Stadt voller mitreißender Geschichten, die niemanden unberührt lassen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.02.2017

Für Klaus Bittermann ist Elliot Pauls erstmals 1942 erschienener, nun in, wie Bittermann mit leichter Enttäuschung anmerkt, nur wenig überarbeiteter Fassung neu aufgelegter Text zwar kein Roman, sondern eine Sammlung von Erzählungen und Reportagen über die Kleinen Leute im Paris der 20er und 30er Jahre vor dem deutschen Überfall, verzaubert hat ihn das Buch aber dennoch. An Hessels Berlin erinnernd erscheint Paris hier vor den Augen des Rezensenten lebendig, aber darüber hinaus gesehen durch den politisch wachen Blick des Autors. Pauls Blick ins Private zeigt Bittermann die Armut und die Engstirnigkeit, aber auch die Redseligkeit und die Großzügigkeit der Menschen im Milieu. Ein bizarre, kleine, von der großen Politik ausradierte Welt, in der sich der Rezensent gerne verliert.

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