Aus dem Amerikanischen von Yasemin Dincer. Chicago 1920: Hadley Richardson hat die Liebe und das Glück bereits aufgegeben, als sie Ernest Hemingway trifft und sofort von seinem guten Aussehen, seiner Gefühlstiefe und seiner Kunst, mit Worten zu verführen, angezogen wird. Die beiden heiraten und gehen nach Paris, wo sie Teil einer schillernden Gruppe Amerikaner werden, unter ihnen Gertrude Stein, Ezra Pound und die Fitzgeralds. Doch im Paris der goldenen 20er fiebrig, glamourös, verwegen lassen sich Familie und Treue kaum aufrechterhalten. Während Hadley, inzwischen Mutter, mit Eifersucht und Selbstzweifeln ringt und Ernests literarische Arbeit allmählich Früchte trägt, wird das Paar mit einer Enttäuschung konfrontiert, die das Ende all dessen bedeutet, was es gemeinsam erträumt hatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2011
Die erste Frau im Schatten des werdenden literarischen Weltstars: das war Hadley Hemingway, "The Paris Wife" - die erste der nach den Orten des gemeinsamen Lebens betitelten und sozusagen durchnumerierten Ehefrauen des Autors. Der Roman von Paula McLain stellt nun erstmals sie und nicht den Dichter ins Zentrum. Zwar sei das Fiktion, so die Rezensentin Lena Bopp, jedoch spreche vieles dafür, dass sich die Dinge, wie hier beschrieben, in etwa verhielten. Acht Jahre älter war Hadley zwar, jedoch verharrte sie Zeit des gemeinsamen Lebens in der ganz traditionellen Rolle der zum Mann aufschauenden Frau. Lange gab ihm das Stabilität, mit wachsendem Erfolg jedoch wurde ihm die brave Gattin zur Last. Ernest Hemingway selbst erscheint im Roman, erklärt Bopp, als egozentrisch auf sich, sein Werk, seine Durchsetzung bedachter Unsympath. Etwas "langatmig" geschrieben sei das zwar bisweilen, insgesamt aber aufschlussreich und lobenswert.
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