Der Brief von Ingrid Betancourt, die seit über sechs Jahren von der kolumbianischen Guerilla gefangen gehalten wird, ist weit mehr als ein Lebenszeichen. Nun wird niemand mehr sagen können, man habe nichts gewusst. Ihr Brief sagt die ganze Wahrheit über das, was sie und die anderen Geiseln erleiden. Wenn die Dinge tatsächlich in Bewegung geraten, dann ist das ihr zu verdanken. Denn sie kämpft - obwohl mittlerweile todkrank - in ihrem Gefängnis für die Freiheit aller. Auch der Antwortbrief ihrer Kinder ist ein Aufruf für Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Freiheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.07.2008
Berührt zeigt sich Arno Widmann von diesem Buch der französisch-kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt, die vergangene Woche nach sechsjähriger Gefangenschaft im kolumbianischen Dschungel als Geisel der Guerillaorganisation FARC befreit wurde. Der Text, ein Brief vom Oktober 2007, der in Frankreich Politik und Öffentlichkeit für die Freilassung Betancourts mobilisierte, lohnt seines Erachtens die Lektüre. Betancourts Brief an ihre Mutter, die ihr über einen Radiosender täglich Mut zusprach, eröffnet Widmann einen Blick darauf, "was Familie bedeuten kann, welche Kraft die von uns meist nur als neurotisch erlebte Mutter-Kind-Beziehung in extremen Notlagen entwickeln kann". Zudem verdeutlicht das Buch für ihn eindringlich die menschenzerstörende Wirkung von Freiheitsberaubung.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…