Ein bequemer Zeitgenosse war Erich Kuby, der große Journalist, nie. Mit seinen Veröffentlichungen im Stern, Spiegel, in der Süddeutschen Zeitung und in den Frankfurter Heften hat er stets ein Ziel verfolgt: die wahre Berichterstattung über die Bundesrepublik. Die hier gesammelten Reportagen, Leitartikel, Arbeitsnotizen und Reiseberichte bilden zusammen eine individualistische, spannende, aufschlussreiche und überraschende Chronik der Bundesrepublik von der Nachkriegszeit bis heute.
Diese zum hundertsten Geburtstag von Erich Kuby wiederaufgelegte Artikelsammlung hat es dem Rezensenten angetan. 600 Seiten stark zeigen die Texte aus den Jahren 1946 bis 1989 Jan Scheper einmal mehr einen verantwortungsbewussten und kritischen, nicht ideologischen Beobachter. Für Scheper ist jede hier wiederzuentdeckende journalistische Arbeit (wobei die Grenzen zwischen Reportage, Kolumne und Kommentar "fruchtbar" verschwimmen, wie Scheper erklärt), jeder Vortrag und jeder Briefentwurf zehnmal mehr wert als ein TV-Beitrag von Guido Knopp. Es ist das Vorausschauende, was ihn fasziniert, die Gründlichkeit im Dokumentarischen und die narrative Vitalität, die ihn packen. Dank der kurzen, mal humorigen, mal boshaften oder auch eitlen Einleitungen in die chronologisch geordneten Texte ist es Scheper möglich, Kuby auch mal gegen den Strich zu lesen. Und wenn er die Chronologie von Text zu Text springend aufbricht, erhalten die Arbeiten historische Spannung und gesellschaftliche Dynamik.
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