Mit einem Essay von Jürgen Kaube. "Rosemarie. Des deutschen Wunders liebstes Kind" erzählt von der berühmtesten Edelprostituierten der Bundesrepublik: Rosemarie Nitribitt. Mit ihrem teuren Cabrio war sie in der Wirtschaftsmetropole Frankfurt stadtbekannt. Für ein Mädchen, das mehrfach aus Erziehungsheimen ausgerissen war, hatte sie es zu einem erstaunlichen Vermögen gebracht. Ihre Ermordung im Herbst 1957 sorgte für einen Skandal: Wusste sie zu viel? War es einer ihrer Kunden aus den Kreisen der Bosse und Banker? Bis heute ist ihr Mörder nicht gefasst, und die Pannen bei den Ermittlungen bis hin zum zeitweiligen Verschwinden der Prozessakten befeuerten die Gerüchte darüber, was ihr zum Verhängnis wurde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.02.2020
Rezensentin Kristina Maidt-Zinke ist überrascht, dass Erich Kubys Buch über den Fall Rosemarie Nitribitt, 1958 erschienen und 1995 neu aufgelegt, nun noch einmal herausgegeben wird. Der ungeklärte Mordfall der jungen "Edelprostituierten", die in den 50er Jahren in gehobenen Wirtschaftskreisen verkehrte und 1957 erwürgt wurde, war damals ein Skandal und wurde literarisch und filmisch bereits vielfach verarbeitet - eine Faszination, die anscheinend bis heute anhalte, obwohl das Thema bei Weitem nicht dieselbe Sprengkraft entfalte wie im politischen und wirtschaftlichen Umfeld der 50er Jahre, staunt Maidt-Zinke. Trotzdem gefällt ihr die Mischung aus Kolportage und Roman, die, wenn nicht als Gesellschaftsanalyse, doch zumindest mit "glänzendem" Unterhaltungswert überzeuge. Neben Kubys erhellendem Nachwort von 1995 werde der Roman nun zudem durch einen "soziologisch fundierten" Essay von Jürgen Kaube ergänzt, und das Buch so insgesamt "auf hohem Niveau" ins nächste Jahrtausend getragen, schließt die Rezensentin.
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