Herausgegeben von Jürgen Jahn. Den Gründer und Leiter des legendären Malik-Verlages hat Ernst Bloch wahrscheinlich erst im April 1936 persönlich kennengelernt: Wieland Herzfelde nimmt die aus Paris kommenden Blochs auf dem Prager Hauptbahnhof in Empfang und kümmert sich in rührender Weise um die Ankömmlinge und ihre Sorgen. Von diesem Augenblick an wächst zwischen den beiden Männern ein ebenso herzlicher wie freundschaftlicher Kontakt, der auch über die langen Jahre des Exils in den USA gepflegt wird, wohin Bloch 1938 und Herzfelde 1939 emigrieren müssen. Mit 201 Zeugnissen ist dieses Briefkonvolut fast lückenlos überliefert und gehört zu den umfangreichsten Korrespondenzen der amerikanischen Exiljahre Blochs.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2001
Der Briefwechsel, weiß uns der Rezensent zu berichten, ist erst unlängst in einem ehemals ostdeutschen Archiv aufgefunden worden. Für "upj" ist in den 200 Briefen vor allem dokumentiert, wie die Verbindung zwischen Autor und Verleger, "die von praktischen Alltagsthemen über politische bis zu editorischen Fragen" reicht, immer enger wird. Dabei scheint es dem Rezensenten angebracht zu erwähnen, wie wenig Herzfelde von Philosophie versteht, so dass auch der Philosoph am andern Ende lieber über "mitteleuropäische Gartenverhältnisse" im New Yorker Exil plaudert als die Höhen der Abstraktion zu erklimmen. Über die editionstechnischen Leistungen dieser Brief-Ausgabe erfahren wir von "upj" leider rein gar nichts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2001
Fast wäre es weder zur Freundschaft noch zum Briefwechsel zwischen Ernst Bloch und Wieland Herzfelde gekommen, berichtet Hans-Peter Kunisch in seiner Rezension, da Herzfelde als Verleger des Exil-Verlags Malik Manuskripte Blochs abgelehnt hatte. Nach einer persönlichen Begegnung verstand man sich dann aber gut und 1938 begann der Briefwechsel zwischen dem in den Staat New York emigrierten Bloch und dem zunächst noch in Prag ausharrenden Herzfelde. Die Einblicke in die Überlebens-Nöte des Exils sind erstaunlich, so Kunisch: Bloch bewirbt sich als Heizer, bekommt die Stelle aber nicht, Herzfelde eröffnet ein Briefmarkengeschäft. Recht genüsslich zitiert Kunisch bösartige Bemerkungen über Horkheimer, Marcuse, Adorno und, nach dem Krieg dann, Heidegger ("Übrigens soll Heidegger ins Irrenhaus gekommen sein (...). Verbürgt ist es nicht."). Auch sonst wird in der Rezension vieles berichtet und zitiert, das interessant klingt: das spricht auch ohne ausdrückliches Urteil des Rezensenten für das Buch.
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