Aus dem Schwedischen von Klaus-Rüdiger Utschick und Ursula Menn-Utschick. Ernst Brunner beschreibt das von Sinnenlust getriebene Leben des berühmten schwedischen Rokokodichters und Sängers Carl Michael Bellman, den man als ersten Liedermacher der Geschichte bezeichnen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.02.2005
Stephan Opitz ist empört: Nicht ansatzweise deutlich werde der literarische Rang des schwedischen Dichters Carl Michael Bellmanns in Ernst Brunners "ehrfurchtslosem wie kenntnisfreien" Roman-Wälzer. Der Rezensent ist einigermaßen fassungslos, wie wenig vertraut der Autor nicht nur mit Bellmann, sondern auch allgemein mit der Kultur- und Sozialgeschichte des 18. Jahrhunderts ist. Das mache allein die Tatsache deutlich, dass Bellmann sich im Roman des öfteren einen "Pferdeschwanz" umbindet - "das 18. Jahrhundert war ja schließlich das bepferdeschwanzte, nicht wahr?", ätzt der Rezensent. Ein Erzähler des 18. Jahrhunderts (die respektlose Ich-Perspektive bringt Opitz zusätzlich in Rage) "lege" auch niemanden "flach" und esse auch kein "Steak" - vorsorglich hat Opitz den Text mit dem schwedischen Original verglichen und kann Übersetzungsfehler ausschließen. Auch sei Bellmann kein Liedermacher gewesen, wie der Untertitel des Romans glauben machen möchte. Bleibt dem verärgerten Rezensenten nur die Frage, warum Brunner nicht die breite Dokumentations- und Forschungslage genutzt hat, bevor er diesen Roman schreiben musste, der sich auf das unapetittliche Bild eines Dichters zwischen Sex, Suff und Schulden beschränkt.
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