Herausgegeben von Johann Hinrich Claussen. Gleich nach dem Ersten Weltkrieg, während der Revolution und in den ersten Jahren der Weimarer Republik, hat der Philosoph und Theologe Ernst Troeltsch unter dem Pseudonym "Spectator" in der bildungsbürgerlichen Kulturzeitschrift "Der Kunstwart" veröffentlicht.
Ein bis zwei Mal im Monat schrieb er über seine alltäglichen Beobachtungen im nachrevolutionären Berlin: Sie führen mitten hinein in eine zerrissene Zeit, lassen den Leser an den Aufregungen der Weimarer Republik teilhaben und stellen ihm die wichtigsten Akteure lebendig vor Augen. Und sie zeigen ganz unmittelbar, was für ein hohes Gut die Demokratie ist.
Ernst Troeltsch wollte das verhetzte Bürgertum für eine neue Politik gewinnen: für die Verständigung mit den europäischen Feinden und die Öffnung zum Westen, für die Aussöhnung mit der Arbeiterschaft und die Demokratisierung der deutschen Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.04.2019
Cord Aschenbrenner bewundert die Gesinnung des Religionsgeschichtlers Ernst Troeltsch, erkennbar in dessen hier wiederaufgelegten Essays. Wie der Gelehrte darin mit journalistisch-literarischer Note für die Weimarer Republik und gegen die politische Rechte aus Reichswehr, Preußen-Junkern, Industriellen und Geistlichen streitet, findet heute Aschenbrenner lesenswert, auch wenn ihm der kurzzeitige Rückfall des Autors in den Nationalismus 1914 nicht entgeht. Johann Hinrich Claussens Nachwort scheint ihm kenntnisreich.
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