Das Johannesevangelium konfrontiert seine Leser mit der Frage nach ihrer persönlichen Identität: Zu sich selbst finden, zu seiner Wahrheit stehen, kann demnach nur, wer auf ein Gegenüber trifft, das ihn leben lässt und ihn bedingungslos aus reiner Güte akzeptiert. Wer begreift, dass sein Leben noch einmal ganz neu beginnt unter der Perspektive, die Jesu vermittelt, lernt eine Menschlichkeit kennen, die anders kaum vorstellbar ist. Dieser Leitgedanke ist es, den Eugen Drewermann in seiner meisterlichen Interpretation des Johannesevangeliums immer wieder ausfindig macht und für unser gegenwärtiges Leben zu deuten versucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2003
Klaus Berger regt sich auf: über Eugen Drewermanns Annahme eines gnostischen Hintergrunds des Evangelium des Johannes, um das es in diesen "Auslassungen" geht, über sein rückständiges Verständnis des Gesetzesbegriffs, der bei ihm nichts als "Enge" und Strafe signalisiere, über sein von C. G. Jung stammendes Dogma der "Angstfreiheit", über seine "antikatholischen Rundumschläge" und "Rührgeschichten", über seine "halt- und formlose Romantik" und noch einiges mehr. Drewermann bewege sich auf einem Forschungsstand von 1941, und wenn man seine Ansichten nicht gerade antisemitisch nennen könne, so seien sie aber von einem erheblichen Missverständnis des Judentums geprägt. Doch zum Glück sei das Buch, eine Transkription von Meditationen aus Wortgottesdiensten", nur ein verspätetes Aufbäumen oller theologischer Kamellen - "Provinzgeschichte", mehr nicht.
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