Europawissenschaft

Cover: Europawissenschaft
Nomos Verlag, Baden-Baden 2005
ISBN 9783832910259
Gebunden, 813 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Gunnar Folke Schuppert, Ingolf Pernice und Ulrich Haltern. Die klassische Staatlichkeit befindet sich im Wandel. Mit der fortschreitenden Integration der Nationalstaaten in ein vereinigtes Europa ist ein Prozess der Europäisierung in Gang gekommen, der weit reichende Konsequenzen hat. Die Nationalstaaten sind inzwischen "europäisierte Nationalstaaten" mit einer europarechtlich überformten Rechts- und Wirtschaftsordnung. Zugleich ist ein neuer Herrschaftsverband entstanden, dessen Eigenart mit den überkommenen Kategorien von Bundesstaat und Staatenbund nicht angemessen zu erfassen ist. Dies bedeutet, dass öffentliche Herrschaft und Freiheitsordnung nicht länger allein staatliche Phänomene sind, sondern eine neue Ordnung entstanden ist, die disziplinenübergreifend neu zu vermessen ist. Diese Neuvermessung nimmt der Band Europawissenschaft systematisch vor und bündelt dabei die vorhandene europabezogene Forschung. EU-Europa wird dabei als eigenständiger Forschungsgegenstand und eigenständige Forschungsherausforderung begriffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2005

Rezensentin Alexandra Kemmerer hat durch diesen "opulenten Sammelband" einen aufschlussreichen Überblick über die "Kartographie der Europawissenschaft" gewonnen, wie sie mit Anerkennung für die Edition der drei Juristen schreibt. In den einundzwanzig Einzelbeiträgen samt der darin "versammelten Überlegungen zu Identität, Legitimität und den Grenzen der Staatlichkeit" ist sie, wie wir lesen, zwar nicht nur neuem Gedankengut begegnet. Auch die Qualität der Beiträge ist ihrer Beschreibung zufolge gelegentlich schwankend. So sah sie Lehrbuchbeiträge "mit Miszellen und tiefschürfenden Handbuchartikeln" sich abwechseln. Lohnend machen die Lektüre allerdings einige Texte, denen sie "eine facettenreichen Zugriff" und spannende Fragestellungen bescheinigt, beispielsweise der Beitrag des Sozialhistorikers Hartmut Kaelble über die "europäische Gesellschaft" und Ulrich Halterns Überlegungen zur "Rechtswissenschaft als Europawissenschaft".

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