Wilhelm Buschs Geschichte von "Max und Moritz" gehört zu den beliebtesten Bilderbüchern der Welt; Busch gilt als der Erfinder eines neuen Mediums, als der geniale Urvater des Comics. Auch seine beißenden Satiren wie "Die fromme Helene" oder "Plisch und Plum" erheitern viele Menschen bis heute und bereichern ihren täglichen Zitatenschatz mit Sprüchen wie "Wer Sorgen hat, hat auch Likör" oder "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr". Dem eigenen Ruhm hat der Krämersohn aus dem niedersächsischen Wiedensahl aber nie recht trauen wollen. Dem Vorbild der alten niederländischen Meister nacheifernd, malte er unzählige Ölbilder, um sie nie irgendwo auszustellen. Wer den wahren Busch kennen lernen wolle, meinte er, müsse seine Gedichte und Prosatexte lesen, die von der Presse allerdings gnadenlos verrissen wurden. Verbittert zog er sich aus der Münchener Boheme-Szene in die tiefste Provinz zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2008
Insgesamt zufrieden zeigt sich Andreas Platthaus mit Eva Weissweilers Biographie über Wilhelm Buch, die er mit Gudrun Schurys Busch-Biografie vergleicht, die ebenfalls zum hundertsten Todestag des Zeichners und Dichters erschienen ist. Er lässt keinen Zweifel daran, dass ihm Schurys Buch besser gefallen hat. Weissweilers Charakterisierung Buschs als Pessimist und Misanthrop scheint ihm zwar nicht verkehrt. Aber er findet die Autorin letztlich doch ein wenig zu einseitig. Zumal er sich des Eindrucks nicht erwehren kann, Weissweiler suche immer zuerst nach dem Schlimmsten und nehme, wo es nur gehe, eine kritische Position ein. Dabei hält er ihr vor, bisweilen nicht immer die ganze Geschichte zu erzählen, sondern Dinge unter den Tisch fallen zu lassen, die ihr nicht ins Konzept passen. Insgesamt wirkt Weissweilers "brav" chronologisch abgefasste Biografie auf Platthaus fast ein wenig gequält, während er bei Schury richtige Freude an ihrem Gegenstand feststellen kann.
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