Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518433294 Gebunden, 44 Seiten, 16,00
EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Barbara Schaden. Fleur Jaeggy erinnert sich an Ingeborg Bachmann, ihre Weggefährtin, langjährige Freundin - und große Liebe? -, an das viele, viel zu wenige gemeinsame Leben, an lichte, unbeschwerte Nähe und an das schwere Ende Ingeborgs. Und Fleur Jaeggy breitet diese Erinnerungen so aus, wie nur sie es kann, schonungslos anschaulich, in zärtlicher Lakonie.Im Sommer 1971 fahren die beiden in einem roten Alfa Romeo von Rom aus an die toskanische Küste. Der Plan ist einfach: einen Monat zusammen verbringen, keine Briefe, keine Anrufe, Meer, Sonne. Sie gehen täglich schwimmen, reden bis tief in die Nacht. Italo Calvino kommt zu Besuch, Uwe Johnson schaut vorbei, aber eigentlich sind sie so innig, dass sie niemanden sonst sehen wollen. Nur knapp zwei Jahre später stirbt Ingeborg Bachmann und Fleur Jaeggy bleibt in tiefer Trauer zurück.Über fünfzig Jahre nach dem viel zu frühen Tod Ingeborg Bachmanns schreibt Fleur Jaeggy dieses sehr private Buch. Die letzten Tage von Ingeborg ist eine Hommage in drei Akten: Es sind Erinnerungen an sonderbar mäandernde Gespräche, Leberwurstessen, Reisen nach Klagenfurt und Wien; es sind Reflexionen über das Altern; vor allem aber ist es das schmerzhafte Protokoll der letzten Tage von Ingeborg Bachmanns Leben im Zentrum für Brandverletzte Sant'Eugenio in Rom. Fleur Jaeggy war bis zuletzt an ihrer Seite.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.04.2026
Ingeborg Bachmann habe sie zum Schreiben gebracht, schreibt Fleur Jaeggy laut Rezensentin Léonie C. Wagner, die Beziehung der beiden ließ sich "irgendwo im Nebelland zwischen Freundschaft und Liebe" einordnen. Jaeggy ist nun 85 Jahre alt und hat auf knapp fünfzig Seiten drei Erzählungen über diese Beziehung geschrieben, karge Texte, die von einem Sommer in Italien, unerwiderter Liebe, Bachmanns tragischem Tod und vielen unausgesprochenen Gefühlen handeln, schildert Wagner. Was zwischen den beiden war, kann sie aus den Texten nicht erfahren, Jaeggy bleibt im Ungefähren: "Dass es lang anhält", hätte sie sich gewünscht, ohne dieses "es" konkret zu machen. Besonders beeindruckt ist die Kritikerin von jener Erzählung, die sich dem Tod Bachmanns infolge einer Verbrennung, verkompliziert durch ihre Medikamentensucht, widmet: Jaeggy ist wütend, sie klagt Bachmanns Familie an, die die Sucht vor den Ärzten verbergen wollte. Und die Literaurgeschichte hat durch die Mystifizierung Bachmanns ihr übriges getan, meint sie. Der Band endet mit einer Liebeserklärung, so Wagner.
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