Florian Jeßberger (Hg.), Inga Schuchmann (Hg.)

Die Stammheim-Protokolle

Der Prozess gegen die erste RAF-Generation
Cover: Die Stammheim-Protokolle
Ch. Links Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783962891275
Gebunden, 432 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Der Prozess gegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe zählt zu den großen Strafverfahren des 20. Jahrhunderts. Die Hauptverhandlung fand von 1975 bis 1977 vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim statt. Belegt der Prozess, dass die Bundesrepublik der Herausforderung durch den Terrorismus standhielt? Oder kann von einem fairen Verfahren keine Rede sein? Bis heute gehen die Einschätzungen darüber auseinander. Hier wird zum ersten Mal eine umfassende Auswahl der unveröffentlichten Gerichtsprotokolle präsentiert. Zahlreiche Anmerkungen erläutern das Prozessgeschehen und ordnen es ein. Das Buch gewährt damit einen unmittelbaren Einblick in einen spektakulären Prozess, in dem der Rechtsstaat mehr als einmal auf die Probe gestellt wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2022

Rezensentin Marlene Grunert empfiehlt den Band von Florian Jessberger und Inga Schuchmann auch denjenigen, die sich noch kaum mit der RAF beschäftigt haben. Die Veröffentlichung ausgewählter Mitschriften des Stammheim-Prozesses inklusive einiger Zeugenaussagen der Opfer bietet Grunert erstmals die Gelegenheit, einen "unverfälschten" Eindruck des Prozesses zu erhalten, zumal sich die Herausgeber mit Wertungen zurückhalten, wie sie bemerkt. Anmerkungen zu strafrechtlichen und zeithistorischen Hintergründen runden den Band ab, so Grunert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021

Rezensent Robert Probst verfolgt gebannt den Echtzeitbericht über den RAF-Prozess 1975 bis 1977, den die Herausgeber Florian Jeßberger und Inga Schuchmann in Form von Auszügen aus dem Wortprotokoll der Verhandlungen anbieten. Wie "schrill" und "kräftezehrend" es damals in Stuttgart-Stammheim zugegangen sei - mit provozierenden Angeklagten, überforderten Richtern und wankelmütigen oder einschlafenden Anwälten - habe zum einen durchaus einen gewissen "Unterhaltungswert", werfe aber auch die wichtige Frage auf, ob es sich damals um einen ganz normalen Fall handelte oder eben um den ersten nach 1945, mit dem ein Exempel statuiert werden sollte, so Probst. Eine detailliertere historische Kontextualisierung hätte er sich von den Herausgebern noch gewünscht, lobt im Allgemeinen aber deren "vorzügliche" Editierung und Kommentierung.

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