Computerspiele machen gewalttätig - für Tilman Baumgärtel ein simples Vorurteil, weswegen er Florian Rötzers Sammelband zum Thema begrüßt, der "ohne Neigung zu vorschnellen Urteilen" auskomme. Simpel, so Baumgärtel, sei das Urteil Computerspiele-gleich-Gewalt deshalb, weil die Forschung zu diesem Thema "noch ganz am Anfang" stehe und "keine wirklichen Einsichten in diese komplexen Zusammenhänge bringen" würde. Diese oft unterschlagene Tatsache unterstreiche auch Rötzers Buch noch einmal. Abgedroschen sei das Urteil auch - weil die losgetretene Diskussion über Medieninhalte eine europäische Tradition habe: In den 70er Jahren waren es die Comics, in den 80ern die Horrorvideos und vor knapp 2.500 Jahren waren es Malerei und Theater, von denen Platon fürchtete, sie könnten vom Volk nachgeahmt werden. Letzteres Beispiel hat Baumgärtel aus der Rötzers Einleitung, den er wohlwollend zitiert.
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