Viele Türken sind markenbewusst, offen für Werbung und kaufkräftig. 97 Prozent ihres Haushaltseinkommens geben sie in Deutschland aus. Trotzdem werden sie von Unternehmen vernachlässigt oder falsch angesprochen. Warum Tütensuppen, Sparschweine und Weihnachtswerbung an türkischen Verbrauchern vorbei zielen, wird deutlich, wenn man weiß, wie Traditionen, Religion und ethische Werte das Kaufverhalten türkischer Mitbürger bestimmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.05.2002
Höchste Zeit wird es, findet Heike Littger, dass sich das deutsche Marketing mehr seiner türkischen Mitbürger annimmt. Denn den Rückgang auf dem Konsummarkt allein dem 11. September und der Einführung des Euro anzulasten, hält die Rezensentin für zu kurz gedacht. Ein neues "Modewort", "Ethno-Marketing", geistere durch deutsche Hörsäle. Die Autoren Folker Kraus Weysser und B. Natalie Ugurdemir-Bricks haben sich nun auch dieses Themas angenommen und das erste Buch dazu geschrieben, freut sich Littger. Es leiste einen "wichtigen Beitrag" zu einem Sachverhalt, der noch in den Kinderschuhen stecke: Noch würden nur wenige Werber und Marketing-Leiter begreifen, dass ethnische Minderheiten über eine große Kaufkraft verfügen und sehr wohl den deutschen Markt mit ankurbeln könnten. Das Autorenduo jedenfalls gebe einen guten Aufschluss über das Konsumverhalten türkischer Bürger, habe Gespräche mit Experten geführt, untersuche Werbekampagnen und habe auch noch den amerikanischen Markt im Blick, informiert Littger.
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