Aus dem Italienischen von Bruno Genzler. 1979: Zwei Menschen, die sonst nichts miteinander gemein haben, auf dem Weg zu einem hermetisch abgeriegelten Hochsicherheitsgefängnis, das wie eine Hazienda aussieht. Luisa, die in der Toskana einen kleinen Bauernhof führt und ihre fünf Kinder allein großzieht, besucht ihren Mann. Weil er in einem Wutausbruch einen Gefängniswärter umbrachte, wurde er kürzlich von einem normalen Gefängnis hierherverlegt. Paolo hingegen, ein vorzeitig pensionierter Philosophielehrer, wird auf dieser nach Salz, Feigen und Blumen duftenden Gefängnisinsel seinen einzigen Sohn treffen, der in den Terrorismus abgeglitten ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2012
Klingt wie ein Kammerspiel, was Christiane Pöhlmann so von Francesca Melandris Roman ausplaudert, eine Versuchanordnung, mit der die Autorin versucht, emotionalen Konstanten und Verschiebungen unter den Bedingungen von latenter Gewalt nachzuspüren. Dass Melandri dazu die Handlung und ihre Figuren auf eine Gefängnisinsel verfrachtet und sie dort über Nacht einsperrt, mag ein bisschen gewollt erscheinen. Pöhlmann jedoch gefällt, dass die Autorin sich mit Urteilen über ihr Personal zurückhält und dass sie im Ganzen ein komplexes Bild zeichnet. Mitunter hätte sie laut Pöhlmann allerdings durchaus genauer hinschauen und reflektieren dürfen, einige Brüche im Fühlen, Denken und Handeln der Figuren bleiben der Rezensentin verborgen.
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