Vor zehn Jahren, im Dezember 2010, löste die Selbstverbrennung eines jungen Gemüsehändlers in der tunesischen Kleinstadt Sidi Bouzid den sogenannten Arabischen Frühling aus. In dessen Folge stürzten die Diktatoren in Tunesien und Ägypten und es kam zu Unruhen und Massenprotesten in der gesamten arabischen Welt. Libyen wurde, nach dem militärischen Eingreifen des Westens, zu einem gescheiterten Staat, in Syrien und im Jemen begannen Bürgerkriege, die bis heute andauern und sich längst zu einer humanitären Katastrophe entwickelt haben. So ist die islamisch-arabische Welt zur größten Krisenregion der Erde geworden - und sie befindet sich unmittelbar vor der Haustür Europas.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2021
Gleich zwei Titel, die zum zehnjährigen Jubiläum des Arabischen Frühlings erschienen sind, hat sich Rezensent Moritz Baumstieger angesehen. Mit ein paar weiteren Autoren, die er für spezifische Aspekte herangezogen hat, bietet der bayerische SPD-Politiker, viele Jahre als Sozialreferent an den deutschen Botschaften in Tunesien und Ägypten tätig, dem Kritiker die Sicht eines Politikers dar. Der freut sich eher an "kleinen" Fortschritten und zeigt auf Strukturen und Institutionen, darunter besonders Gewerkschaften, und widmet sich zudem so wichtigen Fragen wie der nach der Religion und den Frauenrechte. Außerdem zeigt er eine Gesamtschau aller Staaten des Arabischen Frühlings, bemerkt ein hochzufriedener Kritiker, der sich gerne auch auf Erklär-Kästchen und Zahlen eingelassen hat. Das am Ende wieder viele Fragezeichen zu Gegenwart und Zukunft stehen, geht für ihn in Ordnung.
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