Gesundheitspolitik in der Demokratie: Das Bundesministerium für Gesundheitswesen in den 1960er und 1970er Jahren.Im Herbst 1961 - zwölf Jahre nach Entstehung der Bundesrepublik - wurde das Bundesministerium für Gesundheitswesen (BMGes) gegründet. Lutz Kreller und Franziska Kuschel untersuchen erstmals auf breiter Quellenbasis die Geschichte dieses "verspäteten" bundesdeutschen Gesundheitsressorts von den Anfängen bis Mitte der 1970er Jahre.Sie analysieren die Biografien leitender Beamtinnen und Beamten des BMGes und deren im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und während des "Dritten Reiches" geprägtes Selbstverständnis. Zudem zeigen Kreller und Kuschel den maßgeblichen Einfluss des BMGes bei der Gestaltung zentraler gesundheitspolitischer Themen der 1960er und 1970er Jahre auf: etwa der Reform des ärztlichen Standes- und Zulassungswesens, des Gesetzes zur freiwilligen eugenisch indizierten Sterilisation, der Krebsbekämpfung, der Nikotinprävention und dem Verbraucherschutz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2022
Rezensent Kim Björn Becker freut sich über den Band von Lutz Kreller und Franziska Kuschel über die Geschichte des Bundesgesundheitsministeriums. Die historische Darstellung des BMG bekommt laut Becker durch die Pandemie und die gewachsene Bedeutung des Ministeriums Aktualität. Vor allem aber beeindrucken den Rezensenten die genauen Recherchen der Autoren zu den Nazi-Altlasten im Ministerium, namentlich zum Rassenhygieniker Josef Stralau. Wie die Nazi-Ideologie in der BRD noch bis weit in die 1960er hinein wirksam blieb, können die Autoren laut Becker mit ihrer Arbeit über das Bundesministerium für Gesundheit eindrücklich nachweisen.
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