Frederic Beigbeder

Die Liebe währt drei Jahre

Roman
Cover: Die Liebe währt drei Jahre
Rowohlt Verlag, Reinbek 2002
ISBN 9783499231926
Paperback, 155 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Bettina Grosse. Nach seiner Scheidung von Anne feiert Marc ein rauschendes Fest, auf das die nur allzu tiefe Depression folgt. Paris im Winter, eine vereinsamte Wohnung, schließlich ein kläglicher Selbstmordversuch, der in seiner Komik den mangelnden Ernst der Lage offenbart. Grund dieser Lebensmüdigkeit ist aber nicht das Scheitern der Ehe, sondern die Zurückweisung durch die Geliebte, die ihrerseits nicht bereit ist, ihren Mann zu verlassen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.01.2003

"Die Liebe währt drei Jahre" ist für Thomas Laux der bislang sympathischste Roman des französischen Autors, der damit seine Trilogie um sein literarisches Alter Ego Marc Marronier zu Ende führt. Bisher ließ Beigbeder seinen Protagonisten eher geschwätzig herumschwadronieren und verlangte seinen Lesern viel Geduld ab, begründet Laux seinen Stimmungsumschwung. Im neuen Roman komme Marronier dagegen als fast sympathischer "Liebesidiot" daher. Die Konzentration auf die verschiedenen neurotischen Varianten männlichen Selbstmitleids täten dem Roman unter Verzicht auf das "zynische Kalkül" gut, so Laux. Die sentimentalen Irrungen seines Helden zeichne Beigbeder ziemlich weich, gibt Laux zu, "in stark romantisierter Form", so dass einem "Werther die Tränen gekommen wären". Dennoch scheinen Liebeskranke zu mancherlei Selbsterkenntnis fähig, denn Laux ertappt sich dabei, zum ersten Mal eigentlich, den Autor gelegentlich ernst zu nehmen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.01.2003

Unterhaltsam und amüsant findet Gerrit Bartels diesen schon 1997 entstanden, hierzulande aber erst nach dem Erfolg von "39,90" veröffentlichten Roman durchaus - aber berührend findet er ihn ganz und gar nicht, obwohl das Thema die Liebe ist. Das liegt wohl daran, dass dem Protagonisten selbst seine schwierige amouröse Situation nicht wirklich nahe geht: "Von einer tief schürfenden, gar poetischen Abhandlung über die Liebe ist er weit entfernt." Dafür profiliert sich Beigbeder nach Bartels Meinung einmal mehr als flotter Sprücheklopfer. Und so wirken seine Romane schon wenige Jahre später wie "aus einer sehr fernen Zeit, in der es um nichts anderes ging als den allergrößten Spaß: Party, Drogen, Sex - neunziger Jahre".
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