Aus dem Französischen von Ruth Gantert. Der Autor unternimmt eine Kreuzfahrt von Teneriffa nach Buenos Aires und liest dabei die Werke des französischen Diplomaten und Schriftstellers Joseph Arthur Gobineau. Dessen Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen gilt zu Unrecht als Vorläufer der Rassentheorien des Nationalsozialismus. Pajak zeichnet das Leben des verzweifelten Pessimisten nach, der sich einzig für den Orient und die Bildhauerei begeisterte und der 1882 einsam in Turin starb. Dazu gesellen sich eigene Erinnerungen aus der Kindheit und Jugend, als der rebellische Schüler nach Südfrankreich in ein freies Internat geschickt wurde - ein Ort, an dem er schreiben und malen konnte, aber auch ein Ort der Verlorenheit und des Irrsinns.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2018
Dem Rezensenten Roman Bucheli erscheinen Frédéric Pajaks Bände aus schwarzen Tuschezeichnungen und weitgehend nüchternen Texten umso anmutiger, als sie so asketisch bleiben. Auch der vierte Teil seines kolossalen Werks "Ungewisses Manifest", eine Beschäftigung mit dem umstrittenen französischen Publizisten und Rassentheoretiker Gobineau, versprüht Bucheli zufolge wieder einen ungewöhnlichen Zauber, als würden die Schwarz-Weiß-Bilder "in unsichtbaren Farben leuchten". Glanzvoll fand der Rezensent vor allem die Momente, in denen der Autor ihm durch Vergleiche mit Gobineau Einblick in sein eigenes Seelenleben gewährt hat: Beide erlebten laut Bucheli eine unstete und verwahrloste Jugend und versuchten, ihre Sehnsüchte mit ihrer unglaublichen Produktivität in Schach zu halten, glaubt Bucheli. Das neueste Resultat dieser Technik hat ihn in jedem Fall sehr berührt.
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