Frederik Schindler

Höcke

Ein Rechtsextremist auf dem Weg zur Macht. Die AfD und ihr gefährlichster Vordenker
Cover: Höcke
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2025
ISBN 9783451074158
Broschiert, 272 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Frederik Schindlers Buch "Höcke" ist eine investigative Recherche über das Innenleben der AfD und ihren prägendsten Politiker, den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. Wer verstehen will, wie Höcke tickt und wie er es geschafft hat, dass seine Partei längst kein Problem mehr mit ihm hat, muss dieses Buch lesen. Wer ist der Mann, der im ganzen Land Anhänger hat? Wie hat es Höcke geschafft, aus einer rechtskonservativen Partei eine vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Bestrebung zu formen? Was ist Höckes Ziel und wie will er es erreichen ? Frederik Schindler, Politikredakteur der Welt, hat über Jahre hinweg mit Weggefährten, Höckes Vertrauten, Kritikern und ihm selbst gesprochen, Reden analysiert und Netzwerke offengelegt. Sein Buch zeigt, wie Björn Höcke systematisch Macht aufbaut - innerhalb der AfD und darüber hinaus. Es ist keine polemische Abrechnung, sondern eine präzise, faktenbasierte Analyse über den Mann, der Geschichte umdeuten will, um politische Realität zu formen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.10.2025

Ein insgesamt starkes Buch über Björn Höcke hat Welt-Journalist Frederik Schindler laut Rezensent Gareth Joswig geschrieben. Nicht alles darin ist neu, stellt Joswig klar, von der auch persönlichen Nähe Höckes zu NPD-Personal und der Höcke-Taktik, mithilfe der AfD extrem rechte Positionen hoffähig zu machen, wusste man schon vorher, in vielen Details hat Joswig jedoch durchaus neues herausgefunden, lobt der Rezensent: Schon als Schüler war der heutige Politiker ein aggressiv auftretender Rechter, als Lehrer ließ er schon mal Deutschlandkarten in den Grenzen von 1914 aufhängen oder wandte sich gegen Versuche, einen Schüler vor der Abschiebung zu bewahren. Außerdem liest Joswig bei Schindler, dass Höcke von seinen Anhängern kultisch verehrt wurde, während einige ehemalige Schüler ihn tatsächlich auch in seiner Eigenschaft als Pädagogen schätzten. Insgesamt zeichnet Joswig dem Rezensenten zufolge das Bild eines brandgefährlichen Überzeugungstäter, ausgespart werden in dem Buch lediglich Höckes Studienzeit sowie die medialen Mechanismen, die Höckes Aufstieg befeuerten. Insbesondere auch Schindlers Welt-Kollegen sowie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sollten sich das Buch zu Gemüte führen und verantwortungsvoller handeln, wenn der nächste Kulturkampf ansteht, meint Joswig.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2025

Iris Mayer liest Frederik Schindlers Höcke-Biografie mit Erkenntnisgewinn. Dass Björn Höcke ein rechtsextremer Ideologe ist, führt ihr der Autor mit Belegen aus Höckes Biografie vor, die er Stück für Stück und detailreich ausbreitet, von der Schulzeit im Westerwald über die Zeit als Lehrer bis zu den Reden von heute. Auch wenn Mayer manches bereits bekannt ist, beeindruckt sie das Buch doch mit umfangreicher Recherche und Belegen auch zu Höckes Schwächen und Feigheiten. Details über rechtsextreme Tendenzen in Höckes Familie findet Mayer verzichtbar, spannender erscheint ihr Schindlers Beschreibung von Höckes "machtpolitischen Methoden".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 29.09.2025

Viel lernt man von diesem Buch über Björn Höcke, findet Rezensentin Nadine Lindner. Der Welt-Journalist Frederik Schindler zeichnet den Lebensweg des rechtsextremen Politikers nach, der, liest Lindner, bereits in einer Familie mit starkem Rechtsdrall aufwächst und auch in seiner Zeit als Lehrer in Hessen entsprechend auffällt. Höcke ist einer, der genau weiß, was er will, glaubt Lindner nach der Lektüre, und was er will, ist eine homogene deutsche Gesellschaft. Nur die Studienzeit des Politikers wird leider weitgehend ausgespart, merkt die Rezensentin kritisch an, ansonsten wird deutlich, dass sich Schindler, der journalistisch seit langem über die AfD berichtet, in der Materie gut auskennt.

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