Philipp Ruch (Hg.), Thomas Weber (Hg.)

Wenn das Gestern anklopft

Weimar und die Wiederkehr der Geschichte
Cover: Wenn das Gestern anklopft
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2025
ISBN 9783451073342
Broschiert, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Bis heute ist die Frage letztlich ungeklärt, wie die NSDAP ab 1929 über Nacht so viel Zulauf erhalten konnte. Dies sollte uns beunruhigen. Haben wir die falschen Schlüsse aus der Vergangenheit gezogen? Brauchen wir mehr Angewandte Geschichte und weniger Erinnerungspolitik? Welche Lehren lassen sich aus dem Aufstieg der NSDAP für die Bekämpfung des Extremismus - nicht zuletzt in Gestalt der AfD - in der Gegenwart ziehen? Welche Form des Konservativismus stärkt die Demokratie? Wie lassen sich die Schlachtfelder der Desinformation und Demagogie befrieden?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2025

Interessiert, insgesamt aber eher skeptisch bespricht Rezensent Alexander Gallus diesen Band, den Thomas Weber, Fellow an der konservativen Hoover Institution, und Philipp Ruch, Chef des linken Zentrums für Politische Schönheit, gemeinsam herausgegeben haben. Die Zielrichtung des Bandes ist laut Gallus folgende: Einerseits sollen einfache Faschismusvergleiche hinterfragt, andererseits aber der Modus des historischen Vergleichs grundsätzlich verteidigt werden, als Anschauungsbeispiel dient die Weimarer Republik und zwar nicht nur mit Blick auf 1933, sondern auch auf schleichende Aushöhlungsprozesse der Demokratie. Irritiert ist der Rezensent von Ruchs Vorschlag, einen Nationalen Geschichtsrat direkt im Kanzleramt zu installieren, das liest sich für ihn doch ein wenig autoritär. Bei dem Vergleich, den Weber zwischen Hitler und Trump anstellt, kommt wiederum ebensowenig Originelles heraus wie bei den im Band enthaltenen Überlegungen zur emotionalen Stärkung der Demokratie, kritisiert er. Dennoch findet er den Band anregend, auch wenn er keine "brandneuen Erkenntnisse" findet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2025

Philipp Ruch, Gründer des Zentrums für Politische Schönheit, und Thomas Weber, Historiker, haben sich zusammengetan, um eine Warnung auszusprechen, so Rezensent Robert Probst: Ihnen zufolge haben wir nicht die richtigen Konsequenzen aus dem Scheitern der Weimarer Republik gezogen. 19 Texte verschiedener Autorinnen und Autoren haben sie versammelt, die uns verschiedene Gründe für das Scheitern aufzeigen: So zeigt James McSpadden, welchen Beitrag die demokratischen Parteien mit ihrem Einstimmen in die Krisenrhetorik selbst zum Zusammenbruch geleistet haben, erfahren wir, Weber hebt die Gefahr der Desinformation, heute durch soziale Medien, hervor. Auch Strategien für heute haben die Beitragenden parat, wobei Probst allerdings zu bedenken gibt, dass die Überlegung nun wirklich nicht neu ist, dass man Rechten ein überzeugendes Narrativ entgegensetzen muss. Insgesamt überzeugt ihn das Buch aber durch seinen dichten, manchmal provokanten Charakter. 

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