Herausgegeben von Jeffrey B. Berlin und Gert Kerschbaumer. "Dazwischen hell: die Briefe, die mir F. schreibt", notiert Stefan Zweig Anfang 1913 im Tagebuch. Ein halbes Jahr zuvor hatte der Briefwechsel begonnen, initiiert durch die anonyme Zuschrift einer Verehrerin, Friderike von Winternitz, von der er sehr bald spürt, dass sie "die Macht der Beruhigung" über ihn hat. Aus dem Gefühl der Geistesverwandtschaft wird Zuneigung, Stefan Zweig ernennt sie zu seinem "Oberhaserl" was "Unterhaserln" nicht ganz ausschließt. Auch als sie 1920 seine Frau geworden ist, setzt sich während seiner häufigen Reisen der intensive Austausch fort. Die briefliche "Rede zu zweien" endet nicht mit der Scheidung 1938, sondern wird aufrechterhalten bis zu Stefan Zweigs selbstgewähltem Ende 1942. Ihr, der freundschaftlich Vertrauten, gilt auch sein letzter Brief. Die Neuausgabe des Briefwechsels ist als Erzählung konzipiert und enthält zahlreiche revidierte bzw. bisher unveröffentlichte Briefe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2007
Einen detailreichen Einblick in die turbulente Beziehung des Schriftstellers Stefan Zweig zu seiner ersten Frau Friderike gewährt der Briefwechsel der beiden, findet der Rezensent Oliver Pfohlmann. Durch die neue Ausgabe ergibt sich für den Rezensenten endlich ein Bild des Schriftstellers, über dessen Leben bisher wenig bekannt wurde. Insbesondere werden aber durch die Ausgabe ältere Editionen korrigiert, in denen sich zahlreiche Fälschungen, die von der Witwe selbst vorgenommen wurden, befanden, lobt Pfohlmann. In einer referierenden, aber kurzweiligen Rezension hebt er amüsante und empörende Details des Briefwechsels noch einmal hervor: So bezeichnete Stefan Zweig seine damalige Geliebte Friderike als "Oberhasl", die seine Beziehung zu einem französischen "Unterhasl" tolerieren musste. Jedoch war es nicht Friderike, sondern der Krieg, der dieses "völkerverbindende Dreieck" beendete, wie der Rezensent scharfzüngig schließt.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…