Friedmar Apel

Das Auge liest mit

Zur Visualität der Literatur
Cover: Das Auge liest mit
Carl Hanser Verlag, München 2010
ISBN 9783446235694
Kartoniert, 192 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Man sieht nur, was man weiß, sagte schon Goethe, und nach Novalis ist Sehen ein poetischer Vorgang, bei dem Erinnerung und Ahnung mit der realen Welt zusammenfallen. Die Naturwissenschaft bedient sich heute ähnlicher Erklärungsmuster, doch die Geisteswissenschaften halten sich von der Deutung des realen Raums ängstlich fern. Friedmar Apel schreibt anhand von Beispielen aus der Kulturgeschichte den Versuch einer Poetik des Sehens - von Platon bis zu Adorno und Blumenberg, von Goethe über Hofmannsthal bis zu Herta Müller. Ein Plädoyer gegen die Abstraktionen modernistischer Theorie und für eine neue Hinwendung zum Sichtbaren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2010

Jan Röhnert weiß Friedmar Apels Untersuchung des Visuellen in der Literatur zu schätzen. Der Literaturwissenschaftler vertritt für ihn eine Hermeneutik, die das Sehen als wesentlich für das Erzählen und die ästhetische Kategorie der Aufmerksamkeit als zentral erachtet. Interessant scheint ihm Apels Erkundung der Rolle des Sehens in Phänomenologie, Begriffsgeschichte sowie Positionen von Hirnforschung, Konstruktivismus bis Kunstgeschichte. Im Mittelpunkt aber sieht er die Darstellung des Visuellen in der Literaturgeschichte von Goethe bis Handke. Dabei kritisiert Röhnert insbesondere, dass der Autor die "Blickgeschichte des modernen Subjekts" vor allem als "Verlustgeschichte von Autonomie und Selbstbehauptung" darstellt. Insgesamt findet er Apels Arbeit anregend, aber nicht "erschöpfend genug".

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