Früher entwarfen Designer Gegenstände. Heute wird praktisch alles designt: das Klima, Prozesse, Flüchtlingslager. Wenn jedoch alles designt wird, ist es höchste Zeit, Design nicht länger allein nach ästhetischen Gesichtspunkten zu bewerten. Wir brauchen, so Friedrich von Borries, eine politische Designtheorie. Der Mensch ist gezwungen, die Bedingungen, unter denen er lebt, zu gestalten. Geschieht dies so, dass Handlungsoptionen reduziert werden, haben wir es mit Unterwerfung zu tun.
In seinem Manifest plädiert von Borries für ein entwerfendes Design (des Überlebens, der Gesellschaft, des Selbst), das sich der totalitären Logik der Versicherheitlichung entzieht und gegen die Ideologie der Alternativlosigkeit neue Formen des Zusammenlebens imaginiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2016
Jens-Christian Rabe schätzt den Architekten und Design Friedrich von Borries als innovativen Theoretiker des politischen Designs. In seinem neuen Buch hebt Borries zu sechs großen Thesen an, die den Rezensenten in ihrer Wittgenstein-artigen Setzung arg ehrgeizig erscheinen. Eindrucksvoll sieht Rabe allerdings gezeigt, dass Design gesellschaftlich relevant ist und nicht nur nach ästhetischen, funktionalen oder ökonomischen Kriterien bewertet werden kann. Aber dann kommen dem Rezensenten Rabe doch Zweifel, ob Borries nicht überzieht, wenn er schließlich Design als Antwort auf politische Fragen präsentiert. Nicht nur weil ihm das irgendwie vorkommt wie "systemkonforme Dissidenz", sondern auch weil Design selten dicke Bretter bohre, sondern höchstens dünne Bretter kundig verschraube.
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