Im Zentrum Friedrich Wolffs Untersuchung steht die juristische Vergangenheitsbewältigung nach dem 3. Oktober 1990. Er zeigt, wie sie mit allen - rechtlich oft hochproblematischen Mitteln vorangetrieben wurde - wie Straf-, Zivil-, Verwaltungs-, Arbeits- und Sozialrecht in den Dienst der Delegimitierung des anderen deutschen Staats und aller seiner Funktionsträger gestellt wurden. Er nennt Zahlen und Fakten, und er beantwortet auch entscheidende Fragen nach der politischen Justiz in der DDR und ob sie ein Unrechtsstaat war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2005
Unbelehrbare SED-Genossen dürften an diesem Buch Friedrich Wolffs nach Einschätzung von Detlef Kühn Gefallen finden. Er selbst findet es dagegen eher unerfreulich. Er hält dem Autor, einem der bekanntesten Rechtsanwälte der DDR, vor, mit Klischees zu argumentieren: Das Recht der Bundesrepublik sei der DDR übergestülpt worden, West-Richter seien nach Art von Kolonialherren einmarschiert, ihre Urteile wegen Regierungskriminalität seien völkerrechtswidrig und so weiter. Zwar verkenne Wolff nicht, dass die von ihm so heftig gescholtene Rechtsprechung zur Regierungskriminalität, darunter die Todesschüsse an der Grenze, nur in 289 Fällen zu einer Verurteilung und nur in 203 Fällen zu einer Freiheitsstrafe geführt habe, die meist zur Bewährung ausgesetzt wurde. "Dass auch die Opfer des SED-Staats Ansprüche an die Rechtsordnung haben", so Kühn, "interessiert ihn nicht." Nicht nur in historischer Hinsicht hält der Rezensent das Buch für fragwürdig. Oft verlasse Wollf auch sein juristischer Scharfsinn.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…