Aus dem Englischen von Jakob von Vandenberg. Gilbert Keith Chesterton gilt als einer der vielseitigsten englischen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts. Chesterton war aber nicht nur Erzähler, Biograph und streitbarer Publizist; zeitlebens pflegte er auch die Form, mit der er sich schon als junger Autor rasch einen Namen gemacht hatte: den Zeitungsessay, dem er eine ganz eigentümliche Prägung verliehen hat. In diesen Betrachtungen und Skizzen widmet Chesterton sich scheinbar den ganz kleinen Dingen: Reiseerlebnissen, Alltagsbeobachtungen und bizarren Begebenheiten, denen er ungewöhnliche und oft überraschende Deutungen abgewinnt, verblüffende Assoziationen oder Paradoxien. Das vermeintliche Spiel wird freilich nie zum Selbstzweck, denn Chesterton findet immer wieder den Weg vom winzigen Detail zum großen Ganzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2009
Jan Wiele begrüßt diesen Band mit frühen Kolumnen des britischen Erzählers, Romanciers und Journalisten G.K. Chesterton. Das Gemeinsame der Texte liegt für ihn in dem Prinzip, vom Kleinen, Nebensächlichen wie von einem Bettpfosten auszugehen, um durch "planvolle Kontemplation? dann "tiefere Bedeutungsschichten? zu entdecken. Das Verfahren mutet Wiele sehr modern an, inhaltlich sieht er Chesterton allerdings eher einer konservative Linie folgen, wobei er ihn im Blick auf seinen Wortwitz wiederum mit Oscar Wilde vergleicht. Bei der Lektüre der Betrachtungen hat sich Wiele bestens amüsiert, besonders, wenn Chesterton "herrlich ätzend? Zeitprobleme angeht und den Sittenverfall geißelt. Er hebt hervor, dass die Kolumnen bereits die moralischen Themen der späteren Essays anklingen lassen und auch den Biografen und der Literaturhistoriker Chesterton ankündigen. Wiele schätzt die vorliegende Ausgabe auch wegen ihrer sachkundigen Erläuterungen, hätte sich aber eine etwas schönere Aufmachung des Buchs gewünscht.
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