Aus dem Russischen von Jennie Seitz. Mit dokumentarischem Blick und großer literarischer Kraft schildert Katerina Gordeeva die Kriegserlebnisse von ukrainischen Flüchtlingen und russischen Dissidenten. Sie pendelt dafür zwischen Flüchtlingszentren in Russland, der Ukraine und Europa und fängt die Gräuel und Ungerechtigkeiten des Krieges auf besonders eindrückliche Art ein. Jede der 24 Geschichten ist ein Dokument des Lebens, das auf unvorstellbare Weise durch diesen Krieg ruiniert wurde. Und zugleich ein Zeugnis des unermüdlichen Engagements Gordeevas für einen objektiven Journalismus, für Wahrheit und Frieden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2025
Es ist erschütternd, was Rezensentin Judith Leister in diesem Buch der russischen Autorin Katerina Gordeeva liest: Gordeeva, die Russland bereits nach der Annexion der Krim verließ, aber nach wie vor immer wieder ins Land reist, um mit den Menschen zu sprechen, versammelt in diesem "wuchtige" Texte, die sich aus Gesprächen mit Russinnen und Ukrainern ergeben, so Leister: Sie liest hier etwa von der Ukrainerin Yulia, der noch ein Bombensplitter im Kopf steckt oder von der Russin Natascha, deren Mann in die russische Armee eintrat, bald in Gefangenschaft geriet, verstört und mit abhackten Finger zurückkehrte und sich erhängte. Dass die Autorin in ihrem Buch Widersprüche nicht auflöst, auf Spekulation verzichtet, rechnet ihr Leister hoch an.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…