Was geht in den Köpfen von Frauen vor, die älter werden? Mit dieser brennenden Frage beschäftigt sich Gunna seit Jahren. Eigentlich seit ihrem Bestseller "Der 30. Geburtstag". Wobei der 30. Geburtstag rückblickend im Grunde ein Luxusproblem ist. Denn erst später wird es richtig schlimm. Während Gunna zusammen mit Paula in ihrem Ferienhäuschen auf Sylt über Männer und Frauen und kleine private Katastrophen nachdenkt, drängt sich ein Ereignis in den Vordergrund: der 11. September 2001, New York.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2003
Nicht gerade für "eine deutsche Susan Sonntag", wohl aber für eine gute Beobachterin hält Maria Frise die Autorin, die sich auch in ihrem neuesten Roman mit der Schriftstellerin Gunna ein fast identisches Abbild geschaffen hat und dennoch nur wenig Einblick in die Innenwelt der Schriftstellerin Gabriele Wohmann gewährt. Wohmann-Fans werden auch diesen Roman lieben, meint Frise recht distanziert, lieben für ihre eingestreuten Lebensweisheiten, für ihre originellen Wortkombinationen und teilweise sehr treffenden Beobachtungen, die nach Meinung von Frise den Zeitgeist nach dem 11. September ziemlich gut einfangen. Bloß dass sich die teilweise recht bissigen Kommentare auf Ereignisse von vorgestern beziehen, kritisiert Frise; Wohmanns These, der 11. September habe alles in und um uns herum verändert, fehlten die Belege. Ansonsten sammelt die Ich-Erzählerin, erklärt die Rezensentin, Material für ein Buch über das Älterwerden von Frauen und benutzt dafür ihre Freundinnen, die ihre Erfahrungen gerne loswürden und letztlich alle recht zufrieden mit sich seien. Erst die Krebs-Erkrankung des Bruders erschüttere die wortmächtige Haltung Gunnas, so Frise, die auf alles ein passendes Zitat wisse. Schreiben sei für Wohmann wohl auch ein "Schutz vor dem Ennui", erklärt sie selbst leicht gelangweilt.
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