Mit der Ankunft des jungen Studenten Galsan Tschinag in Leipzig beginnen diese Lebenserinnerungen. In der Nomadenjurte aufgewachsen, ist ihm hier alles fremd und neu: Das Essen mit Messer und Gabel, das Wasserklosett, der Umgangston der Menschen und der Himmel über der grauen Stadt. Aber mit unbändigem Wissensdrang stürzt er sich auf alles, was er hier lernen kann, gewinnt Freunde unter Studenten, Professoren und Schriftstellern und wird bald zu einem Meister der deutschen Sprache.
Inmitten der reichen europäischen Kultur und Geschichte fühlt er sich zunächst klein und unbedeutend. Erst als er eine deutsche Forscherin durch seine Heimat führt, wird ihm klar: Auch sein eigenes Land, seine Sprache und seine Leute haben der Welt einzigartige Erkenntnisse zu schenken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2018
Rezensent Lerke von Saalfeld bleibt der Autor ein Rätsel. Der sehr persönliche Bericht des aus der Mongolei stammenden, im Leipzig der 60er Jahre studierenden Galsan Tschinag beschenkt ihn nicht mit politischen oder sozialen Einsichten in die Eingliederungsversuche eines jungen Nomaden in ein bürgerliches Leben in der DDR. Dafür mit brillantem, einfallsreichem Deutsch und der Geschichte einer Entzweiung zwischen dem Autor und seinen damaligen Pflegeeltern. Das Buch hinterlässt daher beim Rezensenten einen zwiespältigen Eindruck.
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