Herausgegeben von Verena Radkau, Eduard Fuchs u.Thomas Lutz. Je weiter Nationalsozialismus und Holocaust sich zeitlich entfernen, desto präsenter sind sie im öffentlichen Gedächtnis und Gedenken. Dabei hat sich allerdings unser Blickwinkel im Laufe der Jahre erweitert und bezieht andere vergleichbare Phänomene mit ein. Die zahlreichen Genozide und staatlichen Gewaltverbrechen des 20. Jahrhunderts rücken - neben der Ermordung der europäischen Juden - verstärkt in unser Gesichtsfeld, ging und geht doch das Morden trotz der 1948 von den Vereinten Nationen beschlossenen Genozidkonvention bis in die jüngste Vergangenheit weiter: die Genozide und anderen Formen des Massenmordes des vergangenen Jahrhunderts kosteten schließlich an die 170 Millionen Menschen das Leben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2005
Nur eingeschränkt kann Franz Schandl dieses Buch empfehlen, das verschiedene Aufsätze zum Genozid als globales Phänomen versammelt. Einige Beiträge stoßen bei ihm durchaus auf Interesse, etwa von Gregory Stanton, der acht Phasen eines Völkermords ausmacht und für die jeweiligen Stadien unterschiedliche Möglichkeiten des Eingreifens darstellt. Gar nicht einverstanden ist er dann mit Thami Tisanis versuch, Apartheid und Genozid gleichzusetzen. Hier sieht er eine "maßlose Begrifflichkeit". Und allgemein bleibt ihm der Band zu sehr auf der empirischen Ebene: "An Materialien reich, an Theorien aber arm."
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