Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2004
Das vorliegende Buch, informiert Rezensent Friedrich Niewöhner, macht den Aufsatz neu zugänglich, der 1889 die Weichen der Nietzsche-Rezeption stellte; der Däne Georg Brandes, seinerzeit "einer der bedeutendsten Literaturkritiker Europas", gab den Tenor für das Bild von Nietzsche als "Antidemokraten" und "Prediger des Übermenschen" (ein Zitat von Eduard Bernstein) vor. Ärgerlich ist aber, dass in der Neuausgabe ausgerechnet das fehlt, was Niewöhner zufolge "das Beste an Brandes' Aufsatz" ist, nämlich seine Überschrift: "Aristokratischer Radicalismus". Außerdem bemängelt der Rezensent die ausgelassene Möglichkeit, unbekanntere kleine Texte von Brandes über Nietzsche anzuhängen. Trotzdem: gut, dass dieser Aufsatz wieder vorliegt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…