Die Debatte zu Sozialstaat und Sozialpolitik wird geprägt durch eine lange Reihe von Mythen und Halbwahrheiten: Die soziale Schere gehe immer weiter auseinander oder die Mittelschicht schrumpfe kontinuierlich. Andere Narrative werden in Stellung gebracht, um den Sozialstaat zurückzubauen: Der Sozialstaat explodiere ungebremst, er zerstöre die private Hilfsbereitschaft. Sozialmythen sind schädlich. Sie zeichnen ein Bild des Niedergangs, das der sozialen Lage in Deutschland nicht gerecht wird. Und sie stehen einer Debatte im Weg, wie ein Sozialstaat zu gestalten ist, der wirksamer und bürgerfreundlicher ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2026
Rezensent Rainer Schlegel freut sich über die Berufung von Georg Cremer in die Rentenkommission. Dort kann der Autor alle und alles aufmischen, so wie im vorliegenden Buch, hofft Schlegel. Dass der Autor sich mit allen anlegt, wenn er Mythen rund um den Sozialstaat entlarvt, den Handel von Halbwahrheiten im Journalismus beklagt oder Wahlkampfversprechen auseinandernimmt, meint Schlegel als Kompliment. Nicht zuletzt, weil er selber eine Menge lernt bei der Lektüre. Etwa über die unzulässige Gleichsetzung von Armut und Armutsrisiko, Skandalrhetoriken und windige Narrative.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2025
Georg Cremer, früherer Generalsekretär der Caritas, ist genervt von der "empiriefreien Empörung", mit der das Thema Armut auch von Politikern ausgeschlachtet wird, hält Rezensent Ralf Husemann fest. Unter Einbezug vieler Zahlen, die ansonsten in der Debatte oft fehlen, macht er die Unterschiede zwischen relativer und absoluter Armut klar und zeigt, dass bürokratische Hürden ein wichtiger Grund sind, weshalb Menschen die ihnen zustehenden Hilfen nicht in Anspruch nehmen, lernen wir. Für Husemann ein ausgewogenes Buch, das deutlich macht, dass der Sozialstaat fairer werden muss, dass aber auch die Bürger ihren Teil zu einer gerechten Verteilung beitragen müssen.
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