Georg Vetter

Die daungegradete Republik

Das heutige Österreich aus der Sicht des Feldmarschalls Daun
Cover: Die daungegradete Republik
Ibera Verlag, Wien 2011
ISBN 9783850522984
Gebunden, 272 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Feldmarschall Daun war Maria Theresias größter Feldherr. Er gewann 1757 die Schlacht von Kolin, gilt als erster Träger des Maria-Theresia-Ordens und war auch der erste Direktor der Militärakademie in Wiener Neustadt. Unter seiner Leitung wurden nicht nur Schlachten geschlagen, sondern auch die Ausbildung reformiert und das Infanteriereglement geschrieben.Die Zeit der Kaiserin Maria Theresia war aber nicht nur gekennzeichnet vom Abwehrkampf gegen den nördlichen Nachbarn und den geänderten Koalitionen im neu geordneten Europa. Die Zeit war auch geprägt durch eine Reihe von Reformen im Finanz-, Bildungs- und Justizbereich. Damals wurde das Papiergeld eingeführt, die Börse gegründet, die Unterrichtspflicht eingeführt, die Universität übersiedelt, der Föderalismus relativiert und die Verwaltung von der Gerichtsbarkeit getrennt. Ähnlich wie Dostojewksi in der Rede des Großinquisitors Jesus Christus neuerlich auf die Welt kommen lässt, erscheint mit diesem Buch Feldmarschall Daun wieder und erzeugt aus der historischen Distanz eine ganz eigene Vertrautheit. Im Gegensatz zu Jesus Christus schweigt Daun allerdings nicht, sondern nimmt aus den Erfahrungen seiner Zeit geistreich und ungehemmt zur österreichischen Gegenwartsgeschichte und ihren großinquisitorischen Tendenzen Stellung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2012

Sprachlich geglückt ist es auch. Lehrreich sowieso, meint Michaela Seiser, die dem Buch von Georg Vetter entnimmt, wie unser Alpennachbar so tickt. In Sachen Justizwesen, zum Beispiel (verkrustet), oder was den fatalen Hang zum Paternalismus betrifft (bremst die Wirtschaft aus). Die Perspektive, der sich der Autor ironischerweise bedient, findet Seiser von zusätzlichem Reiz, gerade bei so einem Buch. So kritisiert Vetter den Steuerwahn der Österreicher aus der Sicht eines Feldmarschalls der Donaumonarchie. Zu den Schildbürgerpossen im Land passt das ganz gut, scheint Seiser zu finden.

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