Aus dem Englischen von Dirk Höfer. Fast alle Landschaften auf der Erde sind Kulturlandschaften, in die der Mensch großräumig eingegriffen hat. Was wir für ursprüngliche Natur und schützenswert halten, ist allzu oft degenerierter Wald, abgebrannte Heide oder kahl gefressenes Hügelland. Die Zukunft der Natur plädiert dafür, dieser Tatsache ins Gesicht zu sehen, und fordert in einem radikalen Ansatz, die Natur, die der Mensch jahrhundertelang gierig ausgebeutet hat, in ihr altes Recht zu setzen, ihr maximale Freiräume zu geben. George Monbiot fordert, eine Wildnis zu ermöglichen, die vielleicht nicht schön ist im Sinne der Naturidylle, in der aber womöglich eines Tages und mitten in Europa wieder Büffel und Elefanten zu Hause sein könnten. Wo Kahlschlag herrscht, könnte wieder Wald entstehen, und wo das Meer zu Tode gefischt wurde, ein artenreicher und üppiger mariner Lebensraum.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2021
Rezensent Hansjörg Küster scheint ratlos angesichts von George Monbiots wirren Gedanken über Ökologie. Die Erneuerung der Ökosysteme, von der der Autor träumt, findet Küster in der im Buch nahegelegten Selektivität (charismatische Tiere!) obszön. Elefanten ja, Insekten lieber nicht? Doch nicht nur die Subjektivität der Überlegungen stört den Rezensenten, auch ihre Vagheit und Fehlerhaftigkeit. Statt Informationen bietet der Autor laut Rezensent mit Vorliebe Spekulationen und mitunter auch reinen Unsinn. Nichts für ökologisch informierte Leser, warnt Küster.
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