Aus dem Russischen von Alexander Nitzberg. Dieser fiktive Abschiedsbrief eines Selbstmörders ist ein Schlüsseltext der russischen Exilliteratur. In der Tradition Gogols und Dostojewskis und doch mit ihnen radikal brechend, erteilt Iwanow aller Kultur eine radikale Absage. Sein wütender Nihilismus richtet sich gegen die Liebe, den Sex, die Kunst, die Politik - hilflose Verschleierungen der "kosmischen Hässlichkeit" der Welt. Ausweg aus der Verzweiflung über die metaphysische Absurdität des Daseins findet Iwanow in einer sinnfreien Sprache, mit der er in einen offenen Dialog mit der russischen Klassik tritt. "Zerfall des Atoms" ist eine Collage aus Betrachtungen, Paradoxien, Erotik und Poesie und erschien erstmals 1938 in einer Auflage von 200 Exemplaren in Paris.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2018
Rezensent Andreas Breitenstein liest Georgi Iwanows Abschiedsbrief eines Selbstmörders von 1938 als neues bedeutendes Werk des literarischen Existenzialismus. Das Buch des Exilrussen verbindet laut Rezensent Verzweiflung und Triumph, Ekel und Gier, Verachtung, Poesie und Perversität mit enormer poetischer Kraft. Ein Antibürger-Roman, der über die Radikalität Gogols noch hinausweist, meint er, ein vergessenes Meisterwerk der Moderne.
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