Herausgegeben von Salvatore Giammusso und Hans-Ulrich Lessing. In Zusammenarbeit mit dem Instituto Italiano per gli Studi Filosofice, Napoli.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2002
Helmuth Plessner ist ein kaum einzuordnender Autor: studiert hatte er Zoologie, das frühe essayistische Hauptwerk "Grenzen der Gemeinschaft" war eine polemische Attacke gegen Spätfolgen Rousseaus in der Soziologie, die Rezeption nach dem Zweiten Weltkrieg fokussierte dagegen eher den "philosophischen Anthropologen" und, mit seinem Text über die "Verspätete Nation", den Politologen Plessner. Ja, Ulrich Raulff bezeichnet Plessners Texte gar als "eigentümlichen Cocktail aus Zoologie, Anthropologie, Phänomenologie, politischer Ideengeschichte" - eine Grundfrage ziehe sich jedoch durch das ganze Werk: die nach dem Menschen als dem Tier, das in der Distanz und Künstlichkeit Schutz vor zu viel Nähe sucht. Hier liegt, so Raulff, der Kern von Plessners Denken und in den hier veröffentlichten, bisher gar nicht oder schwer zugänglichen Schriften kann man ihm auf die Spur kommen.
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