Aus der Reihe "Wir Kinder von früher". Für Gerda gehört die Berliner Mauer zur Normalität. Erst wenn sie so alt ist wie ihre Oma, wird sie rüber in den Westen dürfen. Nur Vögel können einfach so über die Grenze fliegen. Vögel sind wichtig in Gerdas Familie. Ihr Vater hat eine geheimnisvolle Verbindung zu ihnen, und bei ihrer Oma lebt der Wellensittich Coco. Mit Gerda erleben wir eine entschwundene Welt mit Fahnenappell auf dem Schulhof, selbst gebastelten Friedenstauben und Westgeschenken. DDR-Kindheit aus einer ganz persönlichen Vogel-Perspektive. Ausgezeichnet als "Kinderbuch des Monats" im August von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2024
Der Klett-Verlag bringt eine neue, ziemlich retro wirkende Bilderbuchreihe heraus, in der die Autorinnen und Illustratorinnen auf sehr persönliche Weise von ihrer eigenen Kindheit erzählen, wie Kritiker Fridtjof Küchemann berichtet, die ersten beiden Bände stammen von Gerda Raidt und Daniela Kulot. Kulot erzählt von einer Siebziger-Jahre-Kindheit in Bayern, von großen Brüdern, deren Ken nicht mit den Barbies der kleinen Schwestern spielen soll, denn "der hat echt anderes zu tun", vom Aufwachsen auf dem Land, davon, was es heißt, in einer siebenköpfigen Familie zu leben, erfahren wir. "Mit großer Ruhe und Bildkraft" hingegen erzählt Raidt dagegen von Berlin als geteilter Stadt, davon, dass nur die frei fliegenden Vögel und die Oma zum Einkaufen in den Westen dürfen, so Küchemann, der beiden Büchern die Kraft zuschreibt, Vorlesende und Zuhörende an die Macht der vielen unerzählten Geschichten zu erinnern, wie er schließt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.08.2024
Dieses Bilderbuch von Gerda Raidt ist Teil einer neuen Reihe über "uns Kinder von früher " im Klett Kinderbuch Verlag, weiß Rezensentin Sylvia Schwab: Die Autorin erzählt darin von ihrer Kindheit in der DDR und hat die Geschichte, "in der es immer wieder um Vögel geht", auch selbst illustriert. Das Mädchen besitzt selbst Vögel, pflegt die ihrer Großmutter und betrachtet ihre Schönheit, erfahren wir. Dahinter entfaltet sich eine typische Kindheit der siebziger Jahre, aber auch die Vergangenheit des Vaters, der im Nationalsozialismus aufgewachsen ist, wird in lebhaft-bunten Bildern und präzisen Erzählungen dargestellt, freut sich Schwab abschließend.
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