Über Zeitungsannoncen und soziale Netzwerke suchte Gerhard Haase-Hindenberg nach Menschen, die anonym von ihren geheimen Phantasien und Sehnsüchten erzählen - und die Resonanz war gewaltig. Unzählige beantworteten seine Fragen und gaben bereitwillig Auskunft über ihre erotischen Träume. Für dieses Buch stellt er nun eine repräsentative Auswahl dieser Bekenntnisse zusammen und ordnet sie, beraten vom Sexualwissenschaftler Christoph J. Ahlers, kulturhistorisch und sexualpsychologisch ein.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 27.11.2014
"Ganz und gar rührend" ist wohl, über ein Sachbuch ausgesprochen, kein reines Lob, und Marie Schmidt versucht auch erst gar nicht zu kaschieren, wie sinnlos sie das Unterfangen findet, in einer empirisch etwas unklaren Erhebung Auskunft über die sexuelle Befindlichkeit unserer Nation gewinnen zu wollen. Weder dem Inhalt der von Gerhard Haase-Hindenberg gesammelten und hier angeordneten Bekenntnisse noch deren typologisierender, historisierender Darreichungsform kann die Rezensentin wirklich etwas abgewinnen.
Das Buch müffelt nach den Gelüsten alter Herren und onkelhaft tönendem Hausfrauenreport, findet Airen. Was der Autor Gerhard Haase-Hindenburg mit seinem Buch, einer Kompilation sexueller Fantasien, vom Polizisten bis zum Professor, bezwecken will, kann er sich nicht erklären. Als Wichsvorlage zu brav, als Aufklärungstext zu wenig objektiv und vor allem viel zu lang, meint der Rezensent. Nur als Zeitdokument macht der Band für Airen Sinn. Wer seine sexuelle Initiation per Mausklick erhält, erklärt er, kann sich schließlich nicht mehr vorstellen, dass man beim Masturbieren Fantasien entwickelt.
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