Wie braun war der BND? Die Integration von Mitarbeitern aus verschiedenen Institutionen des Dritten Reichs in den Bundesnachrichtendienst war lange ein Gegenstand von Spekulationen. Auf Basis umfangreicher und bislang unzugänglicher Quellenbestände kann Gerhard Sälter zeigen, dass die Verantwortlichen im BND tatsächlich kein Bewusstsein vom verbrecherischen Charakter der NS-Diktatur besaßen. Für ihren Geheimdienst rekrutierten sie seit 1946 zielstrebig teils schwer belastete NS-Täter. So schufen sie eine bis in die achtziger Jahre wirkende schwere Belastung, deren Ausmaß sie jedoch verbergen konnten. Belastete Mitarbeiter bildeten Netzwerke über den BND hinaus, engagierten sich in rechtsextremen Organisationen und begründeten im BND eine Behördenkultur, in der NS-Ideologeme lange fortwirkten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2022
Rezensent Peter Sturm muss angesichts der Arbeit der BND-Historikerkommission feststellen, dass auch "amtliche" Geschichtsschreibung funktioniert. Gerhard Sälters Abschlussband zu NS-Kontinuitäten im BND kann er jedenfalls Sorgfalt und Distanz zum Gegenstand attestieren, manchmal vielleicht sogar zu viel des Guten. Sälter zeigt dem Rezensenten jedoch, wie viele Ex-Nazis sich über ihre Netzwerke im Nachrichtendienst breit machen konnten. Verheerend war die Rekrutierungspraxis über persönliche Bekanntschaften, erfährt Sturm, der sich auch mit Schaudern fragt, worin wohl die "unabdingbare Expertise" der Kriegsverbrecher bestanden haben mag, die vom BND wissentlich angeheuert wurden. Allerdings möchte Sturm auch davor warnen, allzu hohe moralische Maßstäbe an die Arbeit eines Geheimdienstes anzulegen. Und er betont, dass der BND nicht ausschließlich aus Nazis bestand.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…