Auf den Stoff der Herero wurde Seyfried nach einer Namibiareise für das Goethe-Institut aufmerksam. Er hat mehrere Jahre über das Leben der Eingeborenen und der Deutschen in den Kolonien recherchiert. Vor den Hintergrund eines der dunkelsten Kapitel deutscher Kolonialgeschichte erzählt Gerhard Seyfrieds Herero von deutschen Siedlern, deutschen Generälen und aufständischen Hereros in den Weiten Afrikas.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.04.2003
Hiermit hat sich Gerhard Seyfried einen Kindheitstraum erfüllt und ein Buch geschrieben, "das er als Zehnjähriger gern gelesen hätte". Die Gründe seines Scheiterns kann der Leser dann auch gleich im Werk selbst nachlesen, empfiehlt Sonja Zekri. "Schockierend" war für die Rezensentin vor allem, dass ein landesweit bekannter "Comic-Zeichner" ein "konsequent humorfreies Buch" geschrieben hat, dessen Erzählung "ungefedert dahinstolpert". Thema des Buches ist ein sehr sensibles Kapitel deutscher Kolonialgeschichte, umso enttäuschender ist es für Sonja Zekri, dass dieser historische Konflikt nur am Rande des Buches stattfindet, dahingegen die "Schilderung der Afrikaner sich über das Reflexionsniveau von 'Im Winde verweht' selten erhebt", Seyfried sehr verschwenderisch das Wort "Kaffer" benutze und sich in "akribischen Erläuterungen" technischer Geräte verliere.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2003
Auch wenn Gerhard Seyfried als "Schriftsteller-Debütant noch etwas hilflos mit dem literarischen Werkzeug hantiert" - die Rezensentin Susanne Ostwald ist trotzdem recht angetan von dem spannenden Roman, der sich vor dem Hintergrund einer akribischen Recherche mit dem Herero-Aufstand in Deutsch-Südwest vor knapp hundert Jahren beschäftigt. Ihr gefällt, dass Seyfried sich das Moralisieren verkneift und sich statt "obsoleter Verurteilungen" vor allem auf das Schicksal seiner Romanfiguren konzentriert. Von seiner Recherchearbeit und deren Umsetzung in seinem Roman ist die Rezensentin richtig beeindruckt: "Virtuos verwebt er historische Ereignisse, Figuren und Dokumente mit Fiktivem". Ab und an entdeckt sie sogar cartoonhafte Erzählelemente bei Seyfried, der sich bisher vor allem als Politcomiczeichner hervor getan hat, so etwa, indem er manche Charaktere durch die Verwendung bestimmter Mundarten karikiert.
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