Zwischen 1884 und 1914 besaß Deutschland ein Kolonialreich, das von Togo in Westafrika bis zu den Inseln Samoas im Pazifik reichte.
Dieses Buch bietet einen Überblick über das kurzlebige deutsche Kolonialabenteuer. Es informiert über die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und Folgen, vor allem aber über den "kolonialen Alltag" und das Zusammenleben von Deutschen und Einheimischen, das keineswegs nur von Widerstand und Gewalt geprägt war.
Im Fokus stehen unter anderem das Wirken von Verwaltung, Justiz und Militär, die christliche Mission, die Rolle der Frauen, die Rassenfrage, die Hoffnungen und Träume nach dem Verlust des Kolonialreichs - aber auch das heutige Erinnern an diesen Teil der deutschen Geschichte.
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.04.2017
Für Cornelius Wüllenkemper zeigt dieser Band, wie notwendig eine gründliche und umfassende Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus noch immer ist. Die von Horst Gründer und Hermann Hiery herausgegebene Aufsatzsammlung beleuchtet Hintergründe und Entwicklungen der deutschen Kolonialpolitik, und in den Augen des Rezensenten bearbeiten nicht alle, aber doch die meisten Beiträge ihr Thema hervorragend. Wüllenkemper liest hier von Bismarcks Schlingerkurs, vom Drängen der Handelsgesellschaften, von der inkompetenten Verwaltung und dem unbestreitbaren Völkermord an den Hereros in Namibia. Ein Manko sieht der Rezensent allerdings im Fehlen afrikanischer Beiträger, denn Aufarbeitung stellt er sich heute lieber im Dialog vor. Ansonsten lobt er den instruktiven Band als sehr wertvoll.
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