Aus dem Italienischen von Francesca Raimondi. Neben seinen großen Büchern hat der international bekannte Philosoph Giorgio Agamben kleinere Texte und Essays verfasst, die ebenso nachhaltig die jeweiligen Diskussionen beflügelt haben. Die wichtigsten aus den letzten 20 Jahren hat er in einem Buch versammelt, das nun zum ersten Mail vollständig auf Deutsch vorliegt. Darin begegnen uns alle Motive seines Denkens in überraschender, neuer Form: Ob es sich um die Auseinandersetzung mit Walter Benjamin, Aby Warburg, Max Kommerell oder Martin Heidegger handelt oder um Themen wie Ursprung und Vergessen, Bildlichkeit, Immanenz und Faktizität, immer gelingt es Agamben, seinem Gegenstand ungewöhnliche und überraschende Einsichten abzugewinnen - ein Meister auch der kleinen Form.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2013
Auch wenn Giorgio Agamben auf den Schultern von Riesen steht und weniger selbständig als vielmehr rekonstruierend vorgeht, wie uns Eberhard Geisler erklärt, machen die hier versammelten philosophischen Aufsätze aus 20 Jahren Eindruck auf ihn. Als Zeugnis abendländischen Denkens, das mit den eigenen Möglichkeiten und Aporien ringt und, in diesem Band, Sprache, Geschichte und das eigene Vermögen untersucht. Ob mit Descartes und Valéry den Sehsinn, mit Heidegger den Ereignis-Begriff oder mit Aby Warburg die Wahrheit und ihre Überlieferung - immer geht es dem Autor laut Geisler um die Macht des Denkens. Wie Agamben sie, akademisch zwar, aber umsichtig, geistesgeschichtlich verortet, findet Geisler doch bemerkenswert.
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