Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2004
Girgis Shoukrys Gedichte wirken auf Angela Schader zunächst eher witzig, ironisch und verraten zugleich einen Hang zum Konkreten, den sie als Suche nach etwas zum Festhalten interpretiert, ein Bedürfnis, hinter dem große existenzielle Verunsicherung stehe, wie die Rezensentin verkündet. Shoukrys Heimat sei Ägypten, ein Land, das seine Dichter und Intellektuellen zwar nicht ins Exil zwinge, aber den geistigen Horizont immer enger erscheinen lasse. Shoukrys Orientierung am Konkreten erweise sich schnell, analysiert Schader, als nur scheinbares Festhalten an den Dinge, die in seinen Gedichten nur allzu schnell flüchten, entgleiten, sich verselbständigen. Seine Sprache sei dabei ausgesprochen phantasievoll und von einer großen "präzisen Bildlichkeit", schreibt die Rezensentin mit spürbarem Vergnügen, da es dem Autor gelinge, immer wieder neue, überraschende Perspektiven einzunehmen.
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