In seiner Studie untersucht Giuseppe Cacciatore das facettenreiche Werk des italienischen Philosophen Giambattista Vico (1668-1744), des Begründers der neuzeitlichen Geschichtsauffassung und der Mentalitätsgeschichte ursprünglicher Völker, der zudem als Wegbereiter des Historismus gilt und als Systematiker der Geisteswissenschaften hervortrat. Der Autor stellt den Reichtum der Gedankenwelt Vicos dar und analysiert sie zugleich kritisch: die Beziehung zwischen Metaphysik und Geschichte; den Zusammenhang zwischen der Philosophie und der Philologie sowie der Geschichtswissenschaft; die Rolle der poetischen Weisheit, der Phantasie, des Mythos und des Wahrscheinlichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2003
ls gedrucktes Unglück bezeichnet Rezensent Thomas Sören Hoffmann dieses Buch aus der "italienischen Vico-Verwaltung" und empfiehlt, es "so rasch als möglich beiseite zu legen". Es fängt schon damit an, dass sich Autor Guiseppe Cacciatore nicht entscheiden könne, ob sich die Publikation an blutige Vico-Anfänger oder Fachleute mit reichem Vorwissen richte. Beide Zielgruppen können von der Publikationen, dem vernichtenden Urteil des Rezensenten zufolge, nicht erreicht werden: die Anfänger nicht, weil nicht die Spur eines inspirierenden Geistes über dem Buch liege; die Fachleute nicht, weil keine der Thesen des Buches wirklich spektakulär sei. Außerdem findet Hoffmann das Buch in einem Duktus geschrieben, der der Beschwörung sprachlich-rhetorischer Kompetenz des darin behandelten Philosophen Giambattista Vico auf Schritt und Tritt hohnspreche: Ausdrucksfehler, legere Interpunktion, syntaktische Fahrlässigkeit und verquere logische Anschlüssen "Fairerweise wird man bemerken, dass Übersetzerin und Lektorat hieran mitgewirkt haben". Aus dem Buch schlägt dem Rezensenten am Ende lediglich der "naive Charme" der "Generation Pisa" entgegen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.12.2002
Von Ernst-Peter Wieckenberg erfahren wir in seiner kurzen Rezension, dass der Philosoph Giambattista Vico (1678-1744) bis heute "vieldeutig und rätselhaft" betrachtet werde. Cassirer, so zitiert der Rezensent, habe Vico sogar "Verdrängung des Rationalismus aus der Geschichte" vorgeworfen - für den Rezensenten ein Vorurteil. Denn immerhin hätten auch Autoren wie Erich Auerbach, Jürgen Habermas, Stephan Otto oder Jürgen Trabant, "um nur einige deutsche zu nennen", über Vico geschrieben und dabei "keineswegs" nur aufklärungsfernes Denken sichtbar gemacht. Angesichts der kontroversen Auffassungen über Vico ist der Rezensent froh, dass nun der Buchautor mit seiner Gesamtdarstellung der philosophischen Werke Vicos "Vorurteile und Fehldeutungen unaufgeregt beiseite" räume. Das Buch sei gut übersetzt und eigne sich sowohl als Einführung wie auch als Nachschlagewerk.
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