Isaiah Berlin

Die Macht der Ideen

Cover: Die Macht der Ideen
Berlin Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783827001443
Gebunden, 399 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Henry Hardy. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Schon Heinrich Heine warnte davor, die Macht der Ideen zu unterschätzen. In seinen Texten liefert Isaiah Berlin eine Fülle von historischen Beispielen, die diese Warnung unterstreichen. Die in diesem Band versammelten Aufsätze zeigen Isaiah Berlin nicht nur auf der Höhe seines Könnens, sie zählen auch zu seinen zugänglichsten Texten. Insofern eignen sie sich in besonderer Weise als Einstieg in sein Werk. Aber auch erfahrene Berlin-Leser werden wieder eine Fülle überaus anregender wie erhellender Gedankengänge nachvollziehen können. Wie in nahezu allen Büchern Berlins ist das verbindende Thema der Aufsätze die herausragende gesellschaftliche und politische Bedeutung, welche Ideen und ihren Schöpfern zukommt. Isaiah Berlin veranschaulicht die Macht der Ideen an einer breiten Palette von Beispielen, von Giambattista Vico bis zu Alexander Herzen, von Russland bis Israel, von der Romantik bis zum Marxismus. Die vorliegende Sammlung enthält unter anderem auch Berlins letzten Aufsatz "Mein geistiger Weg", in dem er auf sehr persönliche Weise seine wichtigsten Themenfelder Revue passieren lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2006

Leicht und anregend zu lesen findet Rezensentin Sonja Asal diesen Sammelband mit verstreuten Zeitungsartikeln, Essays oder Lexikonartikel - den Informationen der Rezensentin zufolge der letzte von eigener Hand autorisierte Band des 1997 verstorbenen Gelehrten. Dessen Titel hat für die Rezensentin in gewisser Weise auch Relevanz für Isaiah Berlins Gesamtwerk, das immer wieder die destruktive Kraft von Ideen zum Gegenstand gehabt habe, die der in Russland vor der Revolution geborene Berlin oft am eigenen Leib erlebt habe. Im vorliegenden Band werde aber auch die positive Kraft der Ideen thematisiert, etwa im Fall der Staatsgründung Israels. Besonders jedoch wird für Asal an der Zusammenstellung des Bandes deutlich, wie stark das Denken Berlins, sein Blick auf die Philosophiegeschichte, von der politischen Erfahrung der Gegenwart geprägt worden ist. Eindruck macht ihr das Buch auch durch die schonungslose Bindung der Ideen an die Wirklichkeit, und zwar samt der Verheerungen, die sie dort oft angerichtet haben. Die Philosophen der Aufklärung sieht sie hier dann auch nicht besser wegkommen, als die Denker des Marxismus. Etwas melancholisch merkt sie zwischen den Zeilen allerdings an, dass den Texten aus augenblicklicher Sicht allerdings ein dezentes Verfallsdatum anzumerken ist.

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