Herausgegeben von Friedrich Edelmayer, Peter Feldbauer und Marija Wakounig. Vor ca. 500 Jahren hat sich der Planet Erde "europäisiert". Ein europäischer Blickwinkel zur Erklärung dieses Phänomens reicht nicht aus, um die wirtschaftlichen und kulturellen Implikationen dieses Prozesses zu begreifen. Deswegen nähern sich die AutorInnen des vorliegenden Bandes der "Einen Welt" globalgeschichtlich. Geworden sind daraus Beiträge zu einer kritischen Universalgeschichte, die sich explizit als Gegenkonzept zum Rückzug der Geschichtsbetrachtung auf Mikroebenen versteht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.07.2003
Es gibt Neuigkeiten aus dem "langen 16. Jahrhundert" zu vermelden - und Neuigkeiten aus der Geschichtswissenschaft zu Zeiten der Globalisierung. Die "große Erzählung" der Weltgeschichte kehrt nämlich zurück, aber sie schaut nicht mehr aus der Perspektive Europas auf den Rest der Welt, sondern nimmt die verschiedenen Kulturkreise parallel in den Blick. Und dieser ergibt, das hat H. D. Kittsteiner dem vorliegenden Sammelband entnommen, dass "der Sieg der Europäer keineswegs von vornherein feststand" - China, das Osmanische Reich und das indische Mogulreich waren den Europäern bis ins späte 17. Jahrhundert in jeder Beziehung ebenbürtig. Dann, so die übergreifende Erkenntnis der Beiträge, die den Bogen von der iberischen Expansion über den Atlantik bis zum "Endspiel der großen Nomadenreiche" des Ostens spannen, zerfielen überall die Imperien, und an diesem Punkt erst gewann Europa die Oberhand, weil an die Stelle der Großreiche "ökonomisch starke und aggressive Nationalstaaten" traten. Ein "lehrreicher" und verdienstvoller Band.
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