Aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof. Als Vladan Borojevic den Namen seines Vaters googelt, stößt er auf ein dunkles Geheimnis: Er findet sich als Sohn eines flüchtigen Kriegsverbrechers wieder. So bricht er auf zu einer Reise durch ein zerstörtes und von Misstrauen zerfressenes Land. Selbst im Visier von Geheimdiensten sucht er nach einem Vater, der ihn als Elfjährigen verlassen hat, getrieben von der Sehnsucht nach einer Familie und einer Gesellschaft, die es nicht mehr gibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2016
Rezensentin Birgit Veit stellt einen Autor vor, der gern in gesellschaftliche Abgründe blickt. Goran Vojnović, Slowene mit koratischen Wurzeln, sei ein Enfant terrible, warnt Veit. Die laut Veit kongenial übersetzten groben Flüche und den Jugendjargon im Buch um einen jungen Mann auf Vergangenheitsbewältigungstour hat die Rezensentin aber dennoch genossen. Wie der Sohn im Text den Vater rückblickend als Kriegsverbrecher entlarvt, kann ihr Vojnovics Erzähler in kunstvollen Langsätzen, mit Witz und Hellsicht vermitteln. Ein Buch zwischen Glauben, Schmerz, Wut, Scham und Trauer, gefasst in eine große kindlich verspielte Leichtigkeit, preist Veit den Roman.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.07.2016
Auch wer zu Jugoslawien keine Beziehung hat, wird das Buch mit Gewinn lesen, versichert Norbert Mappes-Niediek. In Goran Vojnovics zweitem Roman entdeckt er Gedankenreichtum, Migrantenschicksale und eine Liebesgeschichte. Dass der Übersetzer Klaus Detlef Olof den "Jugo-Slang" der Jugend in der slowenischen Kapitale, in der Vojnovic seine Geschichte spielen lässt, geschickt ins Deutsche übertragen hat, ist für den Rezensenten ein Genuss. Wie Sprache, Manieren, schlimme Erinnerungen und die Last der Geschichte in der jugoslwawischen Nachkriegsgeneration wirken, kann ihm der Autor in treffsicheren filmreifen Szenen vor Augen führen. Auch wenn der Plot um den Jungen, der sich auf die Suche nach seinem Vater, einem untergetauchten General, und seiner Geschichte macht, für den Rezensenten nicht zu den originellsten gehört, er musste doch erzählt werden, meint er.
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