Mit einem Nachwort von Max Lüthi und 16 Federzeichnungen von Theodor Hosemann. Die Entstehung des Werks ist selbst geradezu ein Kapitel der Lügengeschichten, die der flunkernde Freiherr abends seinen Freunden zum besten zu geben pflegte. Ursprünglich anonym in englischer Sprache erschienen, erhielt das Buch durch den Sturm-und Drang-Dichter Gottfried August Bürger seine klassische Gestalt. Nicht nur die unglaublichen Übertreibungen sind es, die an den Münchhausiaden so amüsieren: die maßlose Prahlerei und die Ironisierung dieser Prahlerei. Es sind die bei aller Absurdität folgerichtigen und überzeugenden Bocksprünge einer ungezähmten Phantasie, es ist der Reiz, innerhalb des Unmöglichen das Mögliche zu entdecken und die Welt geistreich auf den Kopf zu stellen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2003
Rezensent Kurt Wölfel zeigt sich hocherfreut von der Neuausgabe des "Münchhausen". Er wirft die Frage auf, ob die Geschichten um den Lügenbaron zur Weltliteratur gehören. Im Blick auf die literarische Qualität seiner von Ausgabe zu Ausgab dazugekommenen Erweiterungen, der "Seegeschichten", erscheint ihm das zumindest zweifelhaft. In seinem ursprünglichen Bestand jedoch sieht Wölfel im "Münchhausen", "dessen schwadronierender Held in Bürgers sinnlich dichter, gestischer Sprache sich zu einer unvergesslichen Gestalt befestigte", ein "schlechthin klassisches Werk". Dafür sprechen seines Erachtens auch die weite Verbreitung in vielen Sprachen, die Tatsache, dass aus Münchhausen eine "sprichwörtliche Person" wurde, und die "satirischen Spiegelungen des Zeitgeistes" im "Münchhausen". Ein Lob zollt Wölfel auch dem Nachworts Max Lüthis, das detailliert über die Entstehungsgeschichte des "Münchhausen" informiert. Daneben enthalte der Band noch Anmerkungen, eine Auswahl aus der Literatur und sechzehn Federzeichnungen von Theodor Hosemann.
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