Gregor Ritschel

Freie Zeit

Eine politische Idee von der Antike bis zur Digitalisierung
Cover: Freie Zeit
Transcript Verlag, Bielefeld 2021
ISBN 9783837655728
Kartoniert, 274 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

"Das Reich der Freiheit beginnt in der That erst da, wo das Arbeiten, das durch Noth und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört" - so einst Karl Marx. Und heute? Trotz weitgehender Automatisierung bleibt die Norm der Vollzeitarbeit bestehen. Das Motto "Sozial ist, was Arbeit schafft" wird von fast allen politischen Akteuren getragen. Zugleich wird die bisherige Form der Vollzeitarbeitsgesellschaft in vielen Momenten brüchiger und ungleicher: Pflegekrise, Gender-Pay-Gap, prekäre Jobs oder unregulierte Crowdwork auf digitalen Plattformen offenbaren nur einige der vielfältigen Bruchlinien.Mit Blick auf die politische Ideengeschichte der freien Zeit und die aktuellen Debatten um Automatisierung und Digitalisierung entwirft Gregor Ritschel ein Plädoyer für den schrittweisen Ausgang aus der bisherigen Arbeits- in eine "Multiaktivitätsgesellschaft" (André Gorz). Er zeigt: Eine Verkürzung der Arbeitszeit kann uns eine sozialere, kreativere und auch umweltschonendere Welt ermöglichen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.03.2022

Rezensentin Nina Apin lauscht dem Plädoyer des Soziologen Gregor Ritschel für einen Mentalitätswandel weg von der Lohnarbeit und hin zu einer Befreiung der Zeit. Zunächst erörtert der Autor laut Apin kenntnisreich die "Ambivalenz zwischen Systemerhalt und Subversion" - von der Antike an über das Ora et Labora des Mittelalters und die Arbeiterkämpfe bis zum Arbeitswahn der Konsumgesellschaft und seiner Infragestellung durch Ressourcenknappheit, Automatisierung und Erschöpfung des arbeitenden Subjekts. Mit dem Philosophen André Gorz und der Soziologin Julia Rose diskutiert er neue Lebensweisen, er denkt über das Homeoffice und "Bullshit-Jobs" nach und empfiehlt bedingungsloses Grundeinkommen und Teilzeitarbeit, so Apin.

Beliebte Bücher

Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…